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Deine Schultern sind wie Stein, der Nacken schmerzt täglich? Verspannungen sind mehr als nur körperliche Beschwerden – sie erzählen die Geschichte deiner unausgesprochenen Gefühle. Entdecke, was dein Körper dir durch Anspannung mitteilen möchte.

Die stillen Botschaften deiner Verspannungen

von Clara Mayenberger
17th July 2025

Jeden Morgen das Gleiche: Du wachst auf und deine Schultern fühlen sich an wie Beton. Der Nacken ist steif, der untere Rücken schmerzt. Du denkst: “Schon wieder diese Verspannungen” und greifst zur Wärmflasche oder Schmerztablette.

Aber was, wenn ich dir sage, dass deine Verspannungen versuchen, mit dir zu sprechen

Wenn der Körper Geschichten erzählt

Verspannungen sind selten nur mechanische Probleme. Sie sind oft die körperliche Übersetzung deiner emotionalen Erfahrungen. Dein Körper speichert, was dein Verstand manchmal verdrängt.
Die hochgezogenen Schultern erzählen die Geschichte von all den Lasten, die du trägst – real und metaphorisch. Der verspannte Nacken spricht von den vielen Malen, da du “Ja” gesagt hast, obwohl dein ganzes Sein “Nein” geschrien hat.
Maria kam zu mir mit chronischen Nackenschmerzen. Alle ärztlichen Untersuchungen waren unauffällig. Als wir gemeinsam erkundeten, wann die Schmerzen auftraten, entdeckte sie ein Muster: Immer wenn sie sich in Situationen befand, in denen sie ihre Meinung nicht sagen konnte, verkrampfte sich ihr Nacken. Ihr Körper hielt ihre Stimme zurück – buchstäblich.

Die Landkarte der Verspannungen

Verschiedene Körperregionen erzählen oft ähnliche Geschichten:

Schultern und Nacken – das Zentrum der Verantwortung

  • “Ich trage zu viel auf meinen Schultern”
  • “Ich kann nicht nein sagen”
  • “Alle verlassen sich auf mich”

Kiefer – der Ort des Schweigens

  • Zurückgehaltene Worte
  • Unterdrückte Wut
  • “Ich beiße die Zähne zusammen”

Unterer Rücken – die Basis der Unterstützung”

  • Mir fehlt Unterstützung”
  • Existenzängste
  • “Ich stehe unter Druck”

Brustkorb – das emotionale Zentrum

  • Zurückgehaltene Gefühle
  • “Mir ist das Herz schwer”
  • Angst vor Nähe oder Verletzung
Die Verspannung als Schutz

Versteh mich nicht falsch – Verspannungen sind nicht “nur psychisch”. Sie sind real, sie schmerzen, und sie schränken dich ein. Aber sie sind oft auch ein intelligenter Schutz deines Körpers.
Wenn du als Kind gelernt hast, dass deine Wut gefährlich ist, spannt sich vielleicht dein Kiefer an, um sie zurückzuhalten. Wenn du überlastet bist, ziehen sich deine Schultern nach oben, als würden sie versuchen, dich kleiner zu machen, damit weniger Verantwortung auf dich fällt.
Diese Muster entstanden aus gutem Grund. Sie haben dir einmal geholfen. Aber irgendwann werden sie zur Gewohnheit, auch wenn der ursprüngliche Grund längst nicht mehr da ist.

Deine Verspannungen verstehen lernen

Praktische Erkundung:

  • Wann spannen sich bestimmte Körperregionen an?
    • In welchen Situationen?
    • Bei welchen Menschen?
    • Bei welchen Gedanken?
  • Was versucht die Verspannung zu bewirken?
    • Schutz vor etwas?
    • Zurückhalten von etwas?
    • Sich kleiner/größer machen?
  • Welche Botschaft könnte dahinterstehen?
    • “Ich brauche eine Pause”
    • “Ich fühle mich nicht sicher”
    • “Ich traue mich nicht, ich selbst zu sein”
    • etwas anderes…
Wenn Verstehen zu Veränderung wird

Als Maria erkannte, dass ihre Nackenverspannungen mit ihrer Schwierigkeit zusammenhingen, ihre Meinung zu äußern, veränderte sich etwas Grundlegendes. Sie begann, ihre Stimme bewusst zu benutzen – erst kleine Meinungsäußerungen, dann größere.

Erstaunlicherweise lösten sich ihre Nackenschmerzen parallel dazu. Ihr Körper brauchte die Anspannung nicht mehr, weil sie einen anderen Weg gefunden hatte, mit den Situationen umzugehen.

Von der Bekämpfung zur Kommunikation

Statt deine Verspannungen nur bekämpfen zu wollen, versuche mit ihnen in Dialog zu treten:
“Was willst du mir sagen?” “Wovor schützt du mich?” “Was brauchst du von mir?”
Das ist keine Esoterik – das ist eine sehr praktische Art, mit deinem Körper zu kommunizieren. Du wirst überrascht sein, welche Antworten kommen.

Ganzheitliche Lösung

Das bedeutet nicht, dass du keine praktische Hilfe brauchst.

assage, Physiotherapie, Bewegung – all das kann wichtig und richtig sein. Und wenn du nur die Symptome behandelst, ohne die Botschaft zu verstehen, kommen die Verspannungen oft zurück.

Die tiefste und nachhaltigste Entspannung entsteht, wenn du verstehst, warum sich dein Körper anspannt, und wenn du lernst, anders mit den zugrunde liegenden Themen umzugehen.

Der sanfte Weg

Verspannungen lösen sich am besten in einem Klima von Verständnis und Geduld, nicht von Kampf und Gewalt. Genau wie ein verängstigtes Tier entspannt sich auch dein Körper, wenn er sich verstanden und sicher fühlt.

Kleine Übung für heute: Lege deine Hand auf eine verspannte Stelle. Atme dorthin. Sage innerlich: “Danke, dass du mich schützen willst. Was brauchst du von mir?”

Und dann hör einfach hin, was kommt.

Fazit

Deine Verspannungen sind nicht deine Feinde. Sie sind Boten, die versuchen, dich auf etwas Wichtiges aufmerksam zu machen. Wenn du lernst, ihre Sprache zu verstehen, verwandeln sich körperliche Symptome in wertvolle Informationen über deine Bedürfnisse und Grenzen.
Was würde geschehen, wenn du deinen Verspannungen zuhörst, statt sie nur zum Schweigen bringen zu wollen?

Brauchst du Unterstützung dabei, die Botschaften deines Körpers zu entschlüsseln? In der Körperpsychotherapie erforschen wir gemeinsam, was dein Körper dir mitteilen möchte.

Brauchst du Unterstützung dabei, die Botschaften deines Körpers zu entschlüsseln? In der Körperpsychotherapie erforschen wir gemeinsam, was dein Körper dir mitteilen möchte.

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