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Kennst du das Gefühl, wenn dein Bauch "Nein" sagt, aber dein Kopf "Ja" denkt? In diesem Artikel erfährst du, warum dein Körper oft der klügere Ratgeber ist und wie du seine Signale deuten lernst. Ein Plädoyer für mehr Körperintelligenz im Alltag.

Warum dein Körper mehr weiß als dein Verstand

Writen by Clara Mayenberger
17th July 2025
Die Weisheit des Körpers

Dein Körper verfügt über ein komplexes Informationssystem, das viel schneller arbeitet als dein bewusster Verstand. Während dein Kopf noch dabei ist, Pro- und Contra-Listen zu erstellen, hat dein Körper längst eine Bewertung der Situation vorgenommen.

Das Ziehen im Magen, wenn du an bestimmte Menschen denkst. Die Leichtigkeit in der Brust, wenn du über deine Träume sprichst. Die Anspannung im Nacken, wenn du “Ja” sagst, aber eigentlich “Nein” meinst. All das sind Informationen.

Sarah aus meiner Praxis erzählte mir einmal: “Ich habe jahrelang gedacht, mein Bauchgefühl täuscht mich. Bis ich gemerkt habe, dass es nie falsch lag – ich habe nur nicht hingehört.”

Warum wir den Körper ignorieren

In unserer Gesellschaft haben wir verlernt, unserem Körper zu vertrauen. Schon als Kinder hören wir:

  • “Stell dich nicht so an”
  • “Das bildest du dir nur ein”
  • “Sei vernünftig”

Wir lernen, dass Gefühle unpraktisch sind, dass der Verstand objektiv und der Körper subjektiv und damit weniger wertvoll ist. Dabei übersehen wir etwas Wesentliches: Unser Körper hat Zugang zu Informationen, die unser bewusster Verstand gar nicht verarbeiten kann.

Die unterschätzte Intelligenz

Dein Körper nimmt unbewusst tausende von Mikrosignalen wahr – den Tonfall einer Person, kaum merkliche Veränderungen in der Körpersprache, energetische Schwingungen eines Raumes. All diese Informationen fließen zusammen zu einem “Bauchgefühl”.

Wenn du in ein Geschäft gehst und dich unwohl fühlst, ohne zu wissen warum – dein Körper hat möglicherweise etwas registriert, was dein Verstand übersehen hat. Wenn du einen Menschen triffst und sofort Vertrauen spürst – dein Körper hat eine Bewertung vorgenommen, die auf komplexer Wahrnehmung basiert.

 

Praktische Übung: Dem Körper zuhören

Probiere es gleich aus:

Denke an eine Entscheidung, die du gerade treffen musst. Stelle dir vor, du entscheidest dich für Option A.

  • Wie fühlt sich das in deinem Körper an?
  • Wird er leichter oder schwerer?
  • Verspannst du dich oder entspannst du?
  • Wie ist dein Atem?

Jetzt stelle dir vor, du entscheidest dich für Option B.

  • Was verändert sich in deinem Körper?
  • Welche Option fühlt sich stimmiger an?

Das ist kein Hokuspokus – das ist dein körpereigenes Navigationssystem in Aktion.

Körper und Verstand als Team

Es geht nicht darum, den Verstand zu verteufeln oder nur noch “aus dem Bauch heraus” zu entscheiden. Die wahre Weisheit liegt darin, beide Informationsquellen zu nutzen.

Dein Verstand ist großartig im Analysieren, Planen und logischen Durchdenken. Dein Körper ist ein Meister im Spüren, Bewerten und Erkennen von Stimmigkeiten.

Gemeinsam sind sie unschlagbar.

Der erste Schritt

Fang klein an. Frage dich heute ein paar Mal:

  • “Was sagt mein Körper dazu?”
  • “Wie fühlt sich das für mich an?”
  • “Was spüre ich, wenn ich an diese Person/Situation denke?”

Du wirst überrascht sein, wie viele Informationen da sind. Informationen, die schon immer da waren – du hattest nur vergessen, hinzuhören.

Fazit

Dein Körper ist nicht dein Feind, der dich mit irrationalen Gefühlen verwirrt. Er ist dein ältester und weisester Berater. Er kennt deine Geschichte, deine Bedürfnisse, deine Wahrheit.

Die Kunst liegt darin, wieder eine Sprache mit ihm zu sprechen. Und das ist erlernbar – in jedem Alter, in jeder Lebenssituation.

Was würde sich in deinem Leben verändern, wenn du deinem Körper wieder vertraust?